Ich wäre tot, wenn…

Ich wäre heute tot, wenn…

„Train your mind „- wenn es nur so einfach wäre….

train your mindDie Aussage gilt  für einigermaßen gesunde Menschen.  Den Spruch aus dem Talmud habe ich an meine Schülerinnen (ergänzt durch mein Lernen der Gewaltfreien Kommunikation und das Wissen von Gerald Hüther)  weitergegeben:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Gefühle.
Achte auf deine Gefühle, denn sie werden deine Gedanken.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Wenn es mir nicht gelungen ist, diese Achtsamkeit zu leben und mein Schicksal waren bisher 6 schwere depressive Episoden.   Bin ich schuld? Bin ich unfähig? Wollte ich nicht?

Wo ist die Grenze zwischen gesund und krank? Das große Paradox des freien Willens – was ist damit?

Ich bin seit 4 Jahren in der HumanTrust Community und die, die mich kennen, wissen, wie sehr ich dich Veit und deine/eure Arbeit schätze.

Seit  ich die letzten Monate mit zunehmend mehr destruktiven, negativen, selbstzerstörerischen, mich abwertenden, ja vernichtetten Gedanken durchlebte, zweifle ich an diesen Sätzen. Wenn ich sie ernst nehme, dann habe ich die Wahl, welche Gedanken ich denke, welche Gefühle ich habe, wie ich handle und welche Ergebnisse und Realtität  dann da ist.

Methode Barschel 2 001Ich wäre tot, wenn…
Wenn meine Gedanken Dinge geworden wären, dann wäre ich jetztt tot.

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Ich bin kein Label, keine Bezeichnung.

Ich bin kein Label, keine Bezeichnung

Ich wünsche uns ein soooooo wundervolles, sonniges Wochenende, wie es sich mir hier vom Wohnzimmerfenster aus darbietet.

Einige wissen um meine letzten langen Monate – heute bin ich grad glücklich und dankbar.  Das möchte ich teilen.

Teilen möchte ich auch den folgenden wundervolles Video über unsere wechselseitigen Zuschreibungen. Urteile, die  unser menschliches Miteinander so verhindern.

hier ist ein wundervoller Film     – macht Mut, bringt mir Zuversicht, macht weich…..

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Geerbte Gehirnstruktur

Geerbte Gehirnstruktur

Das limbische System ist ein entwicklungsgeschichtlich sehr alter Teil des Gehirns. Es setzt sich aus mehreren Strukturen zusammen und steuert zum Beispiel Lernvorgänge und die Verarbeitung von Gefühlen. Die Amygdala, auch das Angstzentrum genannt, gehört unter anderem dazu.

Wissenschaftler wissen bis heute nicht genau, was Depression verursacht und wie sie geheilt oder verhindert werden kann.  Ich weiß von Studien (an Mäusen und Babymäusen), dass  das limbische System unterschiedlich auf Stress reagiert und wie Anfälligkeit bzw. Resilienz vererbt wird.  Epigenetische Studien weisen daraufhin, dass auch erworbene Gehirnstrukturen an die nächsten Generationen weitergegeben werden.

Gehirnstrukturen werden über Generationen weitergegeben

Von meiner väterlichen Seite kommt meine Neigung zur „Gemütskrankheit“ . Als ich mit 24 zum ersten Mal daran erkrankte, wusste niemand wirklich Bescheid und konnte damit umgehen.  Es wurde als schicksalhaft angesehen, wogegen man nichts machen kann. Nicht nur einmal sprach mein (verzweifelter) und sehr katholischer  Vater das Thema Teufelsaustreibung an.

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Sisterhood

Sisterhood

3 Wochen lang haben mir  Frauen jeden Morgen täglich einen Wunsch erfüllt. Meine Schwester oder eine Freundinn rief mich an je einen Tag  der Woche um 7 Uhr an, damit ich aus der Betthöhle herauskomme.  Der Weg zum Telefon war bewusst weit, ich musste raus.  Karg und in schlechtester Stimmung meine Antwort auf das freundliche Guten Morgen. Sie wussten, dass ich (noch) nicht anders konnte. Ein paar Worte, Fragen, Zuversicht. Es war ja ein schlichter Weckdienst gewünscht. Dann kalte Dusche.  An der Stimmung änderte sich nichts. Aber ich war aus dem Bett. Es ging darum, durchzuhalten und auf das Licht am Ende des Tunnels vertrauen. Nach ein paar Tagen erlaubte ich mir zuerst warm zu duschen, dann eiskalt. Wieder ein paar Tage später kam mir bei der Suche nach d e m Lockmittel heißer Kakao in den Sinn. Das war  d i e  Idee:  Mikrowelle hin oder her, der Biosoyakakao wird heiß und ich habe wirklich etwas gefunden, was mir total Freude macht. Diese kleine Geste der Schwesternschaft oder hübscher Sisterhood hat mir nach dem Ende des Klinikaufenthalts geholfen durchzuhalten.  Die Klnikzeit war nur für 6 Wochen genehmigt – und ich war noch tief in der Depression.

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Hypomanische Nachschwankung

Hypomanische Nachschwankung

Ich bin grad dankbar für s Leben.

Eine Freundin hat gestern erzählt, dass sie Befürchtungen hatte bezüglich meines überglücklichen Zustands, der Freude über die ganz normale Anna, die nun wieder da war.

Eine gewisse Überaktivität und übertriebene Heiterkeit kann man doch „eigentlich“ nach diesen schweren Monaten gut verstehen.  Aber Psychiater nennen das „hypomanische Nachschwankung“, die vorübergehend und ein Zeichen für das definite Ende der Depression.

Ganz so habe ich die letzten Tage nicht erlebt. Nach meiner hypomanischen Nachschwankung bin  ich vorgestern in der Ambulanz der 5-Seen-Land Psychiatrie  und bat um Hilfe. Nun führe ich gerade einen  Medikamentenwechsel durch und weiß nicht, wie es morgen sein wird.  Das „Ausschleichen“ des alten trizyklischen Medikaments findet grad statt und morgen beginne ich mit dem  neuen SSRI -Medikament.

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Der schwarze Hund

Der schwarze Hund

Auf meinem Weg begegnet mir der schwarze Hund schon fast mein ganzes Leben lang.  Er bleibt auch und ich weiß nicht wie lang. Ich liebe ihn nicht, er macht mir Angst, er macht mich fuchsteufelswild.  Churchill hat diese Metapher für seine Depression verwandt.  Dieses eindrückliche Bilder-Buch ist mir zum ersten Mal in Heiligenfeld begegnet.
http://iheartintelligence.com/2015/11/24/dog-depression/

Immer wieder höre ich, nimm es an, akzeptiere endlich! Und innerlich bäumt sich alles auf. Ein Hundeleben akzeptieren? Abrutschen, mich ohnmächtig meiner Körperchemie ausgeliefert fühlen, nicht wissen, ob ich morgen frei und frohgemut aufwache oder angstvoll und entsetzt, die Nebenwirkungen des Medikaments akzeptieren? 5 kg mehr  innerhalb von 14 Tagen akzeptieren? Nein! Das zerrt noch mehr an meinem geringen Selbstwertgefühl.  Medikamentenwechsel ist angesagt. Ausschleichen des alten und hoffen, dass der Übergang gelingt. Es liegt nicht in meiner Hand. Verstanden habe ich inzwischen, dass mein Höhenflug nicht aufrechtzuhalten war – lieber ein wenig niedriger fliegen, dafür öfter glücklich gleiten. Kleine Höhenflüge. Ist Normalität, eine gesunde Psyche ein Höhenflug?

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Mein Weg in die Normalität

Mein Weg in die Normalität

Meine größte Sehnsucht ist es derzeit, so etwas wie normal zu sein; ein Wunsch, den ich „normalerweise“ eher nicht habe. Einzigartig und in Verbundenheit.

So wünsche ich mir derzeit nichts mehr als emotionale Wellen, die kleine Ausschläge haben, wechseln und mir ein normales Leben ermöglichen.  Die Hoffnung auf  d e n  Durchbruch hat sich nicht erfüllt. Die klassischen Symptome einer Depression sind mir unangenehm: Unberechenbarkeit, mal voller Zuversicht und dann wieder Düsternis. Verlässlichkeit ist mir ein hoher Wert – ich kann ihn kaum einlösen.

Gestern habe ich wieder zum ersten Mal einen GFK-Übungsabend geleitet und heute habe ich wieder ein helles Lebensgefühl.  Möge sich meine Sehnsucht nach psychischer Gesundheit und Normalität erfüllen.

 

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Düsternis

Düsternis

Mein Höhenflug ist wieder flacher geworden. Da war in mir so viel Leichtigkeit und Licht. Zu früh gefreut. Die   andere Anna ist nicht verschwunden.  Es scheint, dass mir Leichtigkeit  nicht einfach so geschenkt wird. Ich möchte nicht mehr in Düsternis versinken. Wieder die Frage in mir: welche Art von Unterstützung/Therapie ist die richtige für mich? Wie erschaffe ich mir eine Tages- und Wochenstruktur, die mir Halt gibt.  Ich möchte früh genug wahrnehmen, wann  Schwere und Düsternis den meisten Raum einnehmen. Den „Notfallkoffer“, den ich in der Klinik zusammengestellt habe, schaue ich mir in den nächsten Tagen an.  Ich möchte meine Hände am Lenkrad der Selbststeuerung spüren. Licht, Leichtigkeit und Lebenslust ist die Orientierung.

 

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Wie gehetzt

Wie gehetzt

Immer in Eile – nur Ruhe.

Wie gejagt – so erlebte ich mich dieser Zeit. In meiner 2. Episode war das die damalige Diagnose „agitierte Depression“.  Die Theorie dazu hatte mit der Verteilung von Dopamin und Serotonin (oder ihres Mangels)  zu tun.

Auch dieses Mal war mein größter Wunsch,  mich unter den Schutz der Bettdecke verkriechen zu können – nur unterbrochen von hektischem Surfen im Internet. Gutes Wetter, Natur und Bewegung brachten keine Linderung – nur Hoffnungslosigkeit, innere Qual und „Schwärze“. Was wartet am tiefsten Punkt dieses Strudels? Es war der Tod. Ich fühle mich, als habe eine Macht von mir Besitz ergriffen, die mich zwingen wollte bis zu dem Punkt der völligen Verelendung und Selbstzerstörung hinabzusteigen. Ist es wie eine Disziplin gegen den Tod?

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Die 64 Genschlüssel

Die  64 Genschlüssel

Die Genkeys sind nun auch vollständig in deutscher Sprache erhältlich. Dank der großartigen Arbeit des Übersetzers Aharon Schlemmer in deutscher Sprache erhältlich unter: http://www.jim-humble-verlag.com/Die-64-Genschluessel

Viel Freude am Lesen und erhellende Erkenntnisse bei der Kontemplation. Wenn du Fragen hast, kannst du dich jederzeit an mich wenden!

Meine (überarbeitete) Übersetzung des Golden Path ist über Richard Rudd s Seite   http://www.genekeys.com/richard-rudd/  erhältlich

Halbvoll – Halbleer?

Halbvoll – Halbleer? Keine Zeit oder viel Zeit, Fülle oder Mangel?

Die Geisteshaltung spiegelt die Glaubenssätze.  Als begrenzte menschliche Säugetiere, nehmen wir weniger als 1 % dessen wahr, was geschieht.  Das ist der momentane Wissensstand.   Wir haben eine Dauerbrille aus mehreren Schichten auf der Nase.  Unsere Wahrnehmungsorgane begrenzen uns, durch Verallgemeinern, Ausblenden und Nominalisieren kommen andere Filter hinzu, die bestimmen was wir wahrnehmen. Achtsamkeit und Konzentration ermöglichen ein gewisses Maß an Freiheit. Freiheit ist Fülle und  Gestaltungsraum – nicht Beliebigkeit.  Die Perspektive wechseln können, heißt, die Brille immer wieder abnehmen können.  Depression ist Gefängnis des an die Materie gebundenen Geistes. Zusätzlich zu den Wahrnehmungsfiltern, durch die wir als Menschen sowieso nur einen Bruchteil dessen wahrnehmen, was da ist (Verallgemeinern, Nominalisieren, Ausblenden) kommt noch das Nur-noch-um-sich-selbst-Kreisen. Angst vor der dunklen Leere.

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Was ist Depression?

Was ist Depression?

„Es ist die Unfähigkeit zu fühlen, das Gefühl, tot zu sein, während der Körper noch lebt. Es ist die Unfähigkeit, froh zu sein, genau wie man unfähig ist, traurig zu sein. Ein depressiver Mensch wäre höchst erleichtert, wenn er traurig sein könnte.
Erich Fromm, Wege aus einer kranken Gesellschaft“

Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel,
Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel –
Dafür ist mir auch alle Freud‘ entrissen,
Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen,
Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren,
Die Menschen zu bessern und zu bekehren.

Quelle: Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Nacht, Faust mit sich allein

In der Verarbeitung der letzten Monate. Suche nach Biografien und Zitaten. Heute habe ich zum ersten Mal nach diesen wundervollen depri-freien Tagen wieder Angst. Ich horche in mich hinein. War ich zu leichtsinnig?  Hocke ich wieder vor der üblen Spirale? Angst vor den kreisenden Gedanken, Angst vor der Angst? Was ist Depression? Wann verlässt sie mich  – endlich?

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