Freundschaft

Warum könnte der Freundinnen- /Freundeskreis heute die bessere Familie sein? Das Prinzip der Freiwilligkeit? Weil das individuelle Ich – bewusst oder unbewusst – wählt?

Der Philosoph Wilhelm Schmid unterscheidet verschiedene Arten von Glück, die in Freundschaften erlebt werden können. Unter anderem zählt er das Dasein der Freundin/des Freundes, das Gespräch, sein oder ihr Blick von außen auf die eigene Person und die gemeinsame Deutung von Ereignissen dazu. Der philosophische Blick auf Freundschaften reicht schon viel weiter zurück. Aristoteles unterscheidet 3 Arten: die Nutz-, Lust und die Tugendfreunde. Dabei bewertet er – nicht wirklich überraschend – die wertvollen, tugendhaften Freundschaften, in denen sich die Beteiligten um ihres Wesens willen lieben. Er kommt zu folgendem Schluss:“nun sind Menschen, die dem Freunde um des Freundes Willen das Gute wünschen, die echtesten Freunde“

Die Ansprüche haben sich nicht wirklich verändert. Wir sollen uns in wechselseitiger Anerkennung unseres Wesens respektieren und schätzen.

Was aber, wenn das nicht so einfach ist? Einfach, weil dich und mich gerade nahe und vertraute Menschen am schnellsten triggern können.Wir alle sind beschädigt, verwundet, manchmal in einer Opferhaltung und teilen manchmal aus. Weil wir nicht alle unsere Anteile annehmen, sondern verleugnen oder ablehnen. Wofür wir die Urheberschaft ablehnen führt es dann aber ein Schattendasein.

Es geht um Bewusstheit und Entwicklung. Also um Lernen und Schattenarbeit. Es geht um Grenzen und Fürsorge. Um eine Haltung, die ich kultivieren möchte, um Toleranz und Aushandeln in Augenhöhe.

Es gibt inzwischen viele wissenschaftliches Erkenntnisse in Bezug auf Selbstreflexion und gelingende Kommunikation. Es gibt Bücher und Trainings. Am nächsten Mittwochabend ist wieder eine Gelegenheit, in unserer wohlwollend-achtsamen Gemeinschaft zu üben. Bitte melde dich per Mail bei mir an.

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