Neu-Anfang

Nach einer langen Pause beginne ich wieder neu. Ich habe meine 8 Jahre jüngere Schwester Petra auf ihrer überraschend kurzen Krankheits-Wegstrecke mit in den Tod begleitet und danach noch 49 Tage im Geist. Durch kleine Texte und Bilder habe ich mich mit ihr verbunden. Inzwischen sind 3 Monate vergangen. Die Trauer um die Schwester, die mir Seelenschwester war, ist inzwischen ein wenig erträglicher, der Schmerz um ihren Verlust weniger scharf. So richtig glauben kann ich es immer noch nicht.
Alles Leben ist Übergang, nichts ist beständig. Das einzig Sichere ist mein eigener Tod – nun unerwartet nach ihr, wer weiß wann. Es ist für mich – aus menschlicher Sicht – die falsche Reihenfolge. Eine neue Orientierung ist nun gefragt, um aus dem eigenen Bardo herauszukrabbeln.
Ein neuer Aufbruch im Zeitraum des energetischen Jahresanfangs. Hexagramm 41, das dem StartCodon entspricht ist aktiviert. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, was bleibt in meinem Tun, wofür ich den Blog nutzen werde, welche Themen mein Schwerpunkt sein werden, was ich loslasse. Der erste Schritt ist getan. Den Weg kenne ich noch nicht.

Heute Abend schaue ich mir den Film Hamnet an. In einer Beschreibung des Hamlet lese ich: im fünften Akt öffnen sich die Falltüren der Bühne und geben den Blick auf das Grab frei, in dem Ophelia bald beigesetzt werden soll. In einer tiefgreifenden Umkehrung der vorangegangenen vier Akte beginnt ein Totengräber, Schädel auf die Bühne zu werfen, Lieder zu singen, Witze zu reißen und sich mit Hamlet in ein unbefangenes Geplänkel über Tod und Sterben zu verwickeln. Wie Hamlet sind auch wir aufgefordert, in den Abgrund des Grabes zu blicken, in die Kiste, in die wir alle eines Tages gelegt werden, und uns der Tatsache des Sterbens, des Aufhörens zu sein, zu stellen. Diese Welt, in die wir hineingeboren werden, ist auch unser Grab. Versuche – wie ich – das zu begreifen.